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US-Profisportligen in Zeiten von Corona

Corona Lernestorod / pixabay.com

US-Profisportligen in Zeiten von Corona

Praktisch kaum ein Lebensbereich ist von der Corona-Krise nicht betroffen. Besonders hart trifft es natürlich Großveranstaltungen, allen voran den Profisport. Seit März finden praktisch in allen großen Profiligen keinerlei Spiele und Veranstaltungen statt. Allmählich macht sich aber auch Ungeduld breit und die Verantwortlichen der großen Ligen, allen voran der NBA, NFL und NHL machen sich Gedanken, wie sie den Betrieb langsam wieder aufnehmen können. Gleichermaßen fragen sich natürlich auch die Vereine selbst und so manch ein Profisportler, wie es weitergehen kann. Manche Profis vertreiben sich beispielsweise die Zeit mit virtuellem Sport oder streamen ihre Trainingseinheiten im Internet.

Corona

NBA könnte die Corona-Pandemie besonders hart treffen

Schon jetzt sind die finanziellen Verluste riesig. Alles in allem könnten sich die Verluste der zehn größten Sportligen der Welt, vorsichtig geschätzt, auf allein auf über zehn Milliarden Euro summieren. Immerhin fehlen Gelder aus den Verkäufen von Tickets und Senderechten. Ebenso fehlen Einnahmen aus dem Sponsoring und den Verkauf von Fanartikeln. Während die Kosten alle fleißig weiter laufen. Wenngleich einige Profis bereits angekündigt haben, zumindest auf einen Teil ihrer Gehälter zu verzichten.

Mit Blick auf die Finanzen könnte es die NBA laut diversen Berichten besonders hart treffen. Insgesamt müssten die Vereine noch 18 reguläre Spiele absolvieren. Allein hier summiert sich der Verlust auf bis zu 1,5 Milliarden Euro. Sollten auch noch die Playoff-Spiele nicht wie geplant stattfinden, käme nochmals ungefähr die gleiche Summe dazu. Ob es hier eventuell zumindest Geisterspiele geben könnte, steht noch nicht fest. Zumindest der deutsche Ex-Profi Dirk Nowitzki könnte sich dies laut einem Interview mit der Bild am Sonntag vorstellen. Zwar würden die Fans im Stadion einerseits als größter Motivator für die Spieler fehlen. Andererseits könnten die Sportbegeisterten so zumindest von zu Hause aus Spaß haben und sich durch die Spiele etwas ablenken. Besonders die Jugendlichen langweilen sich in der Quarantäne und surfen stundenlang im Internet oder zocken Automatenspiele kostenlos.

NFL hat Glück im Unglück und führt Draft elektronisch durch

Angesichts der Probleme vieler anderer Sportligen kann sich die NFL relativ glücklich schätzen. Immerhin fanden die letzten Spiele der Saison schon Anfang Februar statt. Also lange vor der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie. Dafür fiel die Auswahl der besten Nachwuchsspieler, die eigentlich Donnerstagnacht in Las Vegas stattfinden sollte, ins Wasser.

Normalerweise werden die Spieler für das Draft-Event eingeflogen und der Draft selbst findet vor einem großen Publikum statt. Statt des gewohnten Spektakels fand der NFL-Draft 2020 nun dagegen komplett elektronisch statt. Allerdings konnten Fans und Zuschauer dem Event per Liveschaltung am TV mitverfolgen. In dem Draft selbst wählten die 32 Teams die aus ihrer Sicht besten Talente aus. Dabei kommunizierten die Trainer, Manager und Spieler mittels Telefon, SMS und Videokonferenzen.

NHL denkt über Abwicklung der aktuellen Saison nach – in wenigen Arenen

Während die einen Ligen großen Verlusten ins Auge sehen und die anderen versuchen, ihr Sportspektakel zumindest virtuell fortzuführen, überlegt sich auch die NHL, wie der Neustart gelingen könnte. Im kanadischen Sportsender Sportsnet hat sich der Commissioner der National Hockey League Gary Bettman nun zu den möglichen Plänen und Szenarien bezüglich der Wiederaufnahme des Spielbetriebs beziehungsweise zur Beendigung der aktuellen Saison geäußert.

Demnach könnte sich Bettman vorstellen, dass die jeweiligen Divisionen ihre Saison in einer jeweils einzigen, zentralen Arena beenden könnten. Hier könnten dann, laut ersten Planungen, drei Spiele pro Tag vor leeren Rängen stattfinden. Insgesamt müssen die 31 Teams bis zum Ende der regulären Saison noch zwischen elf und 13 Spiele absolvieren. Dies seien jedoch nur erste Überlegungen und noch keine konkreten Pläne, so Bettman. Zumal den Spielern, durch die Zwangspause, auch die nötige Fitness und Praxis auf dem Eis fehle.