NBA: Wie Gregg Popovich die Thunder überlistet hat

In Spiel 5 der Western Conference Finals überlistete Gregg Popovich die Thunder. Wie er das gemacht hat, wollen wir in diesem Artikel klären.

Am Ende war es ein ziemlich deutliches 117:89, das auf dem großen Videowürfel zu lesen war. Und irgendwie kam das für manche vielleicht etwas unerwartet, vor allem wenn man bedenkt, dass die Oklahoma City Thunder die letzten beiden Spiele einigermaßen souverän gewonnen hatten. Was war also passiert?

Heimvorteil in Spiel 5

Klar, zum einen ist die Serie mit Spiel 5 wieder zurück nach San Antonio gegangen und im Prinzip wusste man, dass die Spurs zuhause derzeit etwas stärker sind als „on the road“. Das hat sich in den ersten beiden Spielen der Conference Finals oder auch in einem Spiel 7 gegen die Dallas Mavericks bemerkbar gemacht. Viele halten den Heimvorteil für überschätzt, ganz so nebensächlich scheint er aber auch nicht immer zu sein, wie die Spurs und zum Beispiel ein Danny Green beweisen. Doch der Heimvorteil alleine hat natürlich nicht den Unterschied ausgemacht.

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Serge Ibaka: Wichtigster Verteidiger der Thunder

Gehen wir zuerst noch ein wenig zurück und werfen einen Blick auf Spiel 3 und 4, denn auch hier muss es einen ganz entscheidenden Unterschied gegeben haben, schießlich konnten die Thunder nach zwei heftigen Pleiten (105:122 und 77:112) zwei Siege einfahren. Der Unterschied hieß schlicht und einfach Serge Ibaka. Er fehlte in den ersten beiden Spielen verletzt und ist das entscheidende Puzzleteil in der Defensive der Thunder. Gregg Popovich hatte Ibaka sogar als „besten Verteidiger der Liga“ bezeichnet – und Air Congo sollte Pop nicht enttäuschen. Der alte Trainerfuchs musste sich also etwas einfallen lassen, um gegen die neu erstarkte Defense der Thunder bestehen zu können.

Bonner in der Startelf

Und Pop ließ sich etwas einfallen: In Spiel 5 stand nämlich völlig überraschend Matt Bonner in der Startelf, Tiago Splitter kam nur von der Bank. Das war durchaus eine Überraschung, denn Bonner stand in den letzten 61 Einsätzen nicht ein einziges Mal in der Startelf und auch in den Playoffs erhielt er bisher nur wenige Minuten und kam insgesamt in allen Runden (!) auf nur 16 Punkte. Auch in der Partie gegen die Thunder erzielte er keinen einzigen Punkt – und trotzdem war er ein entscheidender Faktor für den Sieg. Warum?

Pop’s List

Ganz einfach: Bonner ist ein ganz anderen Spielertyp als Splitter. Während Splitter quasi ausschließlich in der Zone gefährlich werden kann, wirft Bonner auch und vor allem gerne von draußen. Das heißt Serge Ibaka, der Bonner verteidigen musste, konnte nicht mehr nur den Korb bewachen, wie er es in den beiden Spielen zuvor getan hatte. Er musste auch mit nach draußen ziehen, wenn Bonner dort frei war, denn auch wenn Bonner nichts getroffen hat, strahlte er natürlich Gefahr aus. Und dadurch, dass Ibaka immer mal wieder an der Dreierlinie verteidigen musste, hatten die Guards der San Antonio Spurs wesentlich mehr Räume – und die nutzten sie. So kam zum Beispiel ein Manu Ginobili in 21 Minuten auf 19 Punkte, 4 Rebounds und 6 Assists. Bei den Thunder war Kevin Durant mit 25 Punkten Topscorer, Westbrook kam auf 21 Zähler. Ansonsten punktete nur noch Reggie Jackson zweistellig – ein weiterer Beweis dafür, dass die Bank der Thunder einfach etwas zu schwach besetzt ist. Zu viel hängt von Westbrook und Durant ab, bei den Spurs hingegen ist die Last auf viele Schultern verteilt: Sechs Spieler punkteten im Bereich von 12 bis 22 Zählern.

Quelle Bild: jmtimages | Flickr

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