NBA Trade Deadline 2015: Einige Gedanken und Bewertungen

Es war die unglaublichste in der Geschichte der .
39 Spieler haben auf den letzten Drücker das Team gewechselt. Einige Gedanken und Bewertungen.

Trade Deadline

Wer die Trade Deadline nicht verfolgt hat und erst am Tag danach einen Blick in die Medien geworfen hat, der wird vermutlich ziemlich überrascht gewesen sein, denn es gab einige Trades, mit denen so im Vorfeld niemand gerechnet hatte. Alle Wechsel haben wir bereits in diesem Artikel zusammengefasst, heute soll es nun darum gehen, ein paar Trades zu bewerten und die Auswirkungen und Folgen einiger herauszuarbeiten.

Garnett zurück in Minnesota

Beginnen wir mit der Nachricht, die quasi alle Timberwolves Fans (und vor allem diejenigen, die schon etwas länger dabei sind) gefreut haben dürfte: Kevin Garnett kehrt heim nach Minnesota. Das kam für viele sehr überraschend, schon gar, weil Garnett eigentlich eine No Trade Klausel in seinem Vertrag hatte. Doch Garnett wollte diesen Wechsel wohl unbedingt und das zeigt, wie sehr im seine alte Franchise am Herzen liegt. Garnett ist eine Legende in Minnesota und auch wenn er natürlich nicht mehr an alte Leistungen anknüpfen können wird, dann kann er doch ein Vorbild und Mentor für die jungen Spieler sein. Auch ist eine Beschäftigung über seine Karriere als Spieler hinaus in Minnesota denkbar. Die Nets erhalten im Gegenzug Thaddeus Young und verjüngen sich so etwas. Im Kern verändert man in Brooklyn das Team aber nicht, denn Williams, Johnson und Lopez bleiben – vorerst.

Die Dragic Brüder zu den Heat

Die Heat dürfen sich mit Sicherheit zu den Gewinnern der Trade Deadline zählen. Mit Goran Dragic hat man nun einen exzellenten Point Guard im Team, klar, die zwei abgegebenen 1st Round Picks schmerzen natürlich, doch Dragic ist jemand, der sofort helfen kann. So wären die Heat im Normalfall ein Team, das man auch in den Playoffs nicht abschreiben darf – wäre da jetzt nicht die Tatsache, dass Superstar Chris Bosh mit einer Lungenembolie monatelang ausfällt. Unglaublich bitter für Miami, aber da geht die Gesundheit eben in jedem Fall vor. Gute Besserung, Chris Bosh!

Die Suns verlieren natürlich einen ihrer besten Point Guards, auch Isaiah Thomas hat man nach Boston geschickt – doch man erhält auch Brandon Knight von den Milwaukee Bucks, wo dieser bisher eine sehr gute Saison gespielt hatte. Von Knight erhofft man sich, dass er gut neben Bledsoe funktioniert und wenn das in dieser Kombination gut passt, werden die Suns Knight im nächsten Sommer vielleicht sogar den Vertrag geben, den er fordert (vermutlich 10+ Millionen). Gleichzeitig erhalten die Suns auch einige Picks, die man gut in späteren Trades verwenden könnte, wenn man sie nicht selbst nutzen will.

Überraschender Deal in Milwaukee

Wenn man es etwas vereinfacht ausdrücken will, kann man sagen, dass die Bucks Brandon Knight gegen Michael Carter-Williams getauscht haben. Ist das nun ein guter Deal? Schwer zu sagen. In jedem Fall ist es ein überraschender Deal, da Knight wie schon gesagt eine sehr gute Saison gespielt hat bisher. Doch Knight hatte einige entscheidende Nachteile. Zum einen wird er bald Free Agent und man hätte ihm einen großen Vertrag geben müssen, wenn man ihn hätte halten wollen. Wäre für einen so großen Vertrag Platz gewesen, wenn man in erster Linie mit Antetokounmpo und Parker in die Zukunft gehen möchte? Schwer zu sagen. Mit MCW hat man dieses Problem vorerst nicht. Zudem hat man mit ihm nun einen extrem großen Backcourt und einen Spieler, der auch gut den Ball verteilen kann – Knight war eher der Scorer. Jason Kidd sieht in Carter-Williams vielleicht ein wenig sich selbst, insofern macht der Deal für Milwaukee irgendwie schon Sinn.

Schwere Zeiten für die Fans der 76ers

Für die Philadelphia 76ers Fans sind es keine einfachen Zeiten – und im Prinzip wird es nicht besser. Man hat nun MCW und K.J. McDaniels abgegeben, dafür erhält man vereinfacht gesagt einen JaVale McGee, der lange verletzt war und bei dem man erst abwarten muss, wie er in den nächsten Wochen und Monaten spielen wird, und einige Picks. Picks, von denen man sich natürlich erhofft, dass sie irgendwann wirklich gute Spieler ins Team bringen. Die Entscheidung von Phili war sehr rational, aber man verfolgt eben eine ganz eigene Strategie – und das mehr als konsequent.

Thunder verstärken ihre Bank

Zu den Gewinnern der Trade Deadline in der NBA kann man mit Sicherheit auch die Thunder zählen. Man erhält zwar nicht Brook Lopez, was lange Zeit gemunkelt wurde, dafür aber Enes Kanter sowie einen D.J. Augustin und einige weitere Spieler. Dafür gibt man Kendrick Perkins ab, der nun in Cleveland anheuert, sowie einen Reggie Jackson, der aber nach der Verpflichtung von Dion Waiters sowieso nicht mehr allzu gut ins Team gepasst hatte. Die Bank der Thunder hat nun in jedem Fall an Tiefe gewonnen, weshalb man sie definitiv auf der Rechnung haben muss, wenn es um die Playoffs und sogar die Finals geht – wenn da jetzt nicht wieder die Fußprobleme von Kevin Durant wären. Mal sehen, wie lange sich das noch ziehen wird. Fällt Durant länger aus, wird es wohl wieder nichts werden mit dem Titel, auch wenn Westbrook aktuell auf MVP Niveau spielt.

Neuaufbau in Denver

Bei den Denver Nuggets lautet das Stichwort nun Neuaufbau. Die Zeiten, die noch unter George Karl, der ja inzwischen Trainer in Sacramento ist, herrschten, sind nun eindeutig vorbei. Unter Brian Shaw läuft es nicht und deshalb wird jetzt neu aufgebaut – entweder im Sommer mit einem neuen Trainer oder eben mit einem Team, das auf Shaws Spielweise zugeschnitten wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich einiges getan hat in den letzten Tagen. Und man darf gespannt sein, bei welchen Teams die Neuzugänge einschlagen werden und bei welchen eher weniger. Wir sind gespannt, welche Teams es in die Playoffs schaffen – allzu lange dauert es ja jetzt nicht mehr. Zum Glück!

Quelle Bild: Nora Kuby / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

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