NBA-Star Kanter wird von seiner Familie verstoßen

Der türkischstämmige -Star Enes wurde von seiner Familie verstoßen, da er heftige Kritik an der Politik der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan übte und sich zur Gülen-Bewegung bekennt. Für den 24-jährigen -Star, der bei Oklahoma City Thunder spielt, wird der Türkei-Konflikt zu einem schwerwiegenden Familiendrama.

Familie wendet sich von Kanter ab

Enes Kanter ist Anhänger von Fethullah Gülen, dem Widersacher Erdogans, und hat damit

  • Mutter
  • Vater
  • Bruder
  • Schwester
  • alle anderen Verwandten

verloren, wie er in einem auf Twitter veröffentlichten Brief schrieb. Der Vater verlangte sogar eine Änderung des Nachnamens. Kanter steht trotzdem auf der Seite von Gülen, der vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan für den Militärputsch in der Türkei im Juli verantwortlich gemacht wird. Kanter übt heftige Kritik am autoritären Regime von Erdogan und erhielt dafür bereits zahlreiche Morddrohungen, die er bereits auf Twitter veröffentlichte. Er verglich die aktuelle Situation in der Türkei mit der Zeit der Weimarer Republik vor der Machtübernahme Adolf Hitlers. Kanter hatte bereits mehrere Zeitungsartikel geteilt, in denen Gülen die Anschuldigungen der türkischen Regierung aufs Schärfste zurückweist und jegliche Verantwortung für den gescheiterten Putschversuch abstreitet.

Kanter stößt Türen in der Türkei zu

Kanter hat sich in der jüngsten Vergangenheit aufgrund seiner politischen Haltung Türen in seinem Heimatland, der Türkei, zugestoßen. Er wurde 2015 zur Europameisterschaft nicht in den Kader der türkischen Basketball-Nationalmannschaft einberufen, dabei begründete Teamchef Ergin Ataman seine Entscheidung mit Kanters angeblich fehlendem Interesse. Die Rede ist davon, dass Kanter zwei Anrufe von Ataman nicht beantwortet haben soll. Kanter betonte dabei immer wieder, dass er gern für die Türkei spielen wolle – seine spielerischen Qualitäten sind nicht zu unterschätzen.

Spielerische Qualitäten nicht der Grund

Die spielerischen Qualitäten von Kanter können nicht der Grund für den Ausschluss gewesen sein. Kanter nennt als einzigen Grund für die Entscheidungen seine politische Überzeugung und seinen Glauben. Er hält die Rechtfertigungen für absolut nicht überzeugend.

Foto: flickr.com/Danny Bollinger

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