NHL: Vor Saisonbeginn geplagt von einem Drogenproblem

Kurz vor dem Saisonstart gesteht der Vize-Commissioner ein massives Drogenproblem ein, wobei die Spieler bisher kaum Konsequenzen befürchten müssen.

Die NHL hat ein Drogenproblem

Der Saisonstart in der NHL steht kurz bevor und schon wurde die Liga von dem ersten Wintersturm getroffen, doch anstelle von Schnee steht hier ein ganz anderes weisses Pulver im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Bill Daly, der Vize-Commissioner der NHL gab in einem Interview mit dem kanadischen TV-Sender TSN zu, dass die NHL ein Drogenproblem hat. Er erklärte, dass die Anzahl der positiv auf Kokain getesteten Spieler in diesem Jahr höher sei, als in den Jahren zuvor und das die Zahlen steigen. Der Liga fällt die sehr nachsichtige Politik in Sachen Doping und Drogenmissbrauch zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt auf die Füße, da der Kampf der großen US-Sportarten um TV-Präsenz, Fans und Geld sehr eng mit der Imagepflege zusammenhängt.

In der NHL ist Kokain kein Doping

Zwar liegt die NHL sowieso meilenweit hinter der NBA, NFL und MLB zurück, doch angesichts der harten Action sich zumindest jenseits des Eises „sauber“ zu präsentieren wäre von großer Bedeutung. Dass der Kokainmissbrauch in der NHL ausufert ist recht einfach zu erklären, denn die Spieler müssen mit keinerlei Konsequenzen rechnen, sofern sie nicht gerade der Polizei in die Hände fallen. Das passierte dem Kings-Star Jarret Stoll im Frühjahr, doch im Normalfall geschieht gar nichts, noch nicht einmal ein Termin bei den Ärzten der Liga.

Kokain ist keine verbotene Substanz

Pro Jahr werden 2400 Dopingtests durchgeführt, aber Kokain zählt nicht zu den verbotenen Substanzen. Damit Kokain zu einer verbotenen Substanz innerhalb der NHL wird, müsste die Spielergewerkschaft (NHLPA) zustimmen und nach Informationen von TSN sollen bereits Gespräche stattfinden. Die Annahme von Daly, von rund 20 öffentlich gewordenen Fällen von rund 900 Profis scheint deutlich zu niedrig zu sein.